Aktuelles

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Angst vor dem Unbekannten?

In SteinheimPosted by Evelin 06 Oct, 2017 17:12

Für viele Steinheimer bedeutet der Bau der Unterkünfte für Geflüchtete eine Veränderung – im Alltag oder im Stadtbild oder auch nur in der Vorstellung. Kommunikation ist der Schlüssel, um mit Veränderungen umzugehen und die Angst vor dem Unbekannten zu verlieren. Nutzen Sie daher die Gelegenheit zur direkten Kommunikation mit den Geflüchteten in Steinheim beim nächsten Vesper International am 13.10. in der Arche.

Veränderungen sind nicht grundsätzlich negativ. Überwinden Sie die Hemmschwelle und machen Sie sich beim Vesper International ein Bild von unseren Geflüchteten. Informieren Sie sich über den Stand der Integration. Viele Geflüchtete sprechen bereits gut Deutsch und können Ihnen selber erzählen, wie es ihnen geht und ob sie sich in Steinheim wohlfühlen. Einige sind bereits seit 1 bis 2 Jahren hier und Sie werden erstaunt sein, wie gut Sie sich mit ihnen verständigen können. Die Geflüchteten sind da und freuen sich über neue Kontakte und Gespräche, in denen sie ihr Deutsch weiter verbessern können und mehr über die Stadt lernen.

Vielleicht kennen Sie bereits den ein oder anderen und wissen es gar nicht. Einige Geflüchtete machen eine Ausbildung im Handwerk, z. B. als Friseur oder Anlagenmechaniker. Sie absolvieren Praktika zur Berufsorientierung unter anderem in der Altenpflege oder in der Schreinerei. Und natürlich besuchen sie alle Deutschkurse, um hier anzukommen und sich verständigen zu können.
Kommen Sie vorbei und beurteilen Sie selbst, für wen die Veränderung größer ist und ob Ihre vielleicht vorhandenen Vorurteile begründet sind. Und auch, ob Gerüchte oder Vorfälle aus anderen Gemeinden zu Steinheim passen.

Das Vesper International findet am 13. Oktober 2017 von 17 bis 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Arche statt. Sie brauchen nichts mitzubringen außer Neugierde. Wir sorgen für den Rahmen und das leibliche Wohl – kostenlos, aber hoffentlich nicht umsonst.










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Miteinander kochen – miteinander nach Berlin

In SteinheimPosted by Evelin 05 May, 2017 09:47
Vielleicht erinnern Sie sich – letzten Sommer hatte eine irakische Flüchtlingsfamilie, die seit anderthalb Jahren in Steinheim lebt, ein Rezept zum Kochbuch „Miteinander kochen – Rezepte aus der Heimat von Geflüchteten und Wegbegleitern“ beigesteuert. Jetzt hat Herausgeberin Nici Friedrichsen alle Beteiligten zu einem Wiedersehen und der offiziellen Spendenübergabe nach Berlin eingeladen. Die Kosten für den Aufenthalt trug Friedrichsen aus den Überschüssen des Buchverkaufs. Für Familienpatin Myriam Kopp und die Geschwister Gazal und Ayad Darwesh und deren 18-jährigen Neffen Aiman Khodida aus Irak war sofort klar: „Da fahren wir hin!“


Am 6. April stiegen die vier in aller Herrgottsfrühe in den Zug und kamen schließlich nach mehr als 6 Stunden und 6-maligem Umsteigen in der Bundeshauptstadt an. – Was macht man, wenn man zum ersten Mal in Berlin ist? Natürlich eine Schifffahrt auf der Spree, vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten! Die drei Iraker zeigten sich sehr beeindruckt von Reichstag, Berliner Dom, Fernsehturm und Schloss Bellevue und schossen jede Menge Erinnerungsfotos.

Am nächsten Morgen war die Wiedersehensfreude am Hauptbahnhof groß beim Treffen mit Nici Friedrichsen und den anderen Kochbuch-Mitstreitern. Leider alles andere als erfreulich war das Wetter bei der anschließenden Stadtführung – bei eisigen Temperaturen ging es zu Fuß durch Wind und Regen unter anderem zum Brandenburger Tor, Potsdamer Platz und Kanzleramt.


Reichlich durchgefroren wurde die 30-köpfige Gruppe im Reichstag von dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hendrik Hoppenstedt begrüßt. Er erzählte der Gruppe von seiner Arbeit und bei der Frage- und Diskussionsrunde im Anschluss stand natürlich die aktuelle Flüchtlingspolitik im Mittelpunkt. Danach übergab Nici Friedrichsen eine Spende in Höhe von 5000 Euro an den Bundesverband der Tafeln – pro verkauftem Kochbuch war 1 Euro in diese Spende eingeflossen.

Ein Highlight für die Flüchtlinge und ihre deutschen Begleiter war die Führung durch den Deutschen Bundestag. Alle lauschten aufmerksam den Erklärungen der Führerin, die sich sehr viel Mühe gab, langsam und deutlich zu sprechen, sodass auch die ausländischen Teilnehmer vieles verstanden. „Viele Geflüchtete waren wirklich sehr am politischen System in Deutschland interessiert“, sagt Myriam. „Nicht nur das Gebäude, sondern auch die Art unserer Politik hat sie sehr beeindruckt.“


Pünktlich um 17 Uhr musste das Steinheimer Quartett dann wieder am Hauptbahnhof sein, um den Zug nicht zu verpassen. Während die anderen Teilnehmer sich noch in der Kuppel des Bundestages befanden, spurteten sie durch den Regen zum Bahnhof. Nach einiger Aufregung, weil die beiden Männer auf einmal verschwunden waren, stiegen die vier gerade noch rechtzeitig in den Zug. Weil er völlig überfüllt war, mussten sie über drei Stunden stehen. Trotzdem war man sich einig: „Es war ein spannender und schöner Ausflug, er hat sich unbedingt gelohnt!“ Der Besuch im politischen Zentrum hat den Irakern, die in Steinheim bereits gut integriert sind, ihre neue Heimat Deutschland sicher noch mal ein gutes Stück näher gebracht.


Autorin: Angelika Lenz



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Steinheimer Flüchtlingsfamilie steuert Rezept für Kochbuch bei

In SteinheimPosted by Evelin 11 Dec, 2016 14:46
Gemeinsames Kochen und Essen verbindet Kulturen. Das erfuhr die Flüchtlingshelferin Nici Friederichsen aus der Nähe von Hannover, die Geflüchtete in ganz Deutschland besuchte und mit ihnen kochte. Daraus entstand ein Kochbuch mit Rezepten aus Syrien und Afghanistan, Algerien und Montenegro, aber auch Stralsund und Göttingen. Daneben erzählt die Herausgeberin die Geschichten der Geflüchteten.

Auf ihrer Reise kam sie im Sommer auch ins Bottwartal und besuchte die irakische Familie Darwesh und ihre Familienpatin Myriam Kopp. „Die Geschwister Gazal und Ayad Darwesh leben seit gut einem Jahr mit ihrem 18-jährigen Neffen Aiman in Steinheim. Alle drei machen einen Integrationskurs und lernen Deutsch. Sie haben sich gut eingelebt, fühlen sich wohl und schätzen die Hilfe der Steinheimer sehr“, erzählt die Familienpatin. „Doch ihre Familie ist zerrissen: Einige Geschwister von Gazal und Ayad leben in anderen Teilen Deutschlands, der Rest der Familie sowie Aimans Familie sind noch im Irak.“

Umso begeisterter nahmen sie die Idee auf, auch in ihrer neuen Heimat zusammen mit anderen zu kochen und zu essen. Also kochten Gazal, Ayad, Myriam Kopp und Nici Friederichsen „Dolma“: Dazu wurden Kartoffeln und verschiedene Gemüse ausgehöhlt und mit einer Reis-Hackfleisch-Mischung gefüllt. Zuletzt wurde alles in einem großen Topf unter Dampf gegart. Aiman machte sich später beim Abräumen und Abwaschen nützlich.

Zum Essen waren auch Freunde der Familien Kopp und Darwesh eingeladen und in fröhlicher Runde ließen sich alle das köstliche Gericht schmecken. „Es gehört mittlerweile zu meinen Leibspeisen“, freut sich Myriam Kopp. „Das gemeinsame Kochen und Essen hat so viel Spaß gemacht, dass es bald eine Wiederholung geben wird. Es ist eine wunderbar unkomplizierte Art, sich näherzukommen. Und das Kochbuch soll durchaus zur Nachahmung anregen.“

Für nur 4 Euro (inkl. 1 Euro Spende) ist das Buch „Miteinander kochen – Rezepte aus der Heimat von Geflüchteten und Wegbegleitern“ von Nici Friederichsen ein ideales kleines Weihnachtsgeschenk – oder Sie machen selbst einen Ausflug in fremde Esskulturen und kochen die leckeren Rezepte nach.



Informationen zum Buch:
Nici Friederichsen (Hrsg.)
Miteinander kochen – Rezepte aus der Heimat von Geflüchteten und Wegbegleitern
Verlag Die Werkstatt
96 S., Paperback, zahlreiche Fotos
ISBN 978-3-7307-0296-3



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